Logistik4puntknull Briefing KW 45: Yara Eyde, MSC & HHLA, Panamakanal u.v.m.

Logistik4punktnull Briefing KW 45 - Yara Eyde

Neben den Yara Eyde geht es heute im Logistik4punktnull Briefing um folgende Themen:

#1 Yara Eyde wird 2026 auf der Ost- und Nordsee in Dienst gestelltr

#2 Die MSC möchte in Hamburg einsteigen

#3 Europäische Kommission präsentiert aktualisierte KV-Richtlinie zur Förderung des intermodalen Güterverkehrs

#4 Panamakanal: Niedrigwasser zwingt zu weiteren Einschränkungen im Schiffsverkehr

#5 BWVL ändert Namen und schärft Profil

#Zahl der Woche: 20,3 Millionen

#Events

Shownotes zum Briefing der Woche:

Future Tech Day vom VDA

Klima- und Energiekongress 2023 vom HDE & EHI

Logistik Forum Graz vom vnl.at

TransporterTageBerling 2023

Unterstützung durch Seven Senders

Die News im Überblick

#1 Yara Eyde wird 2026 auf der Ost- & Nordsee in Dienst gestellt

Der eine oder andere mag sich fragen, was an dieser Meldung das Besondere ist? Genau darüber berichtet das Portal Erneuerbare Energien.de. Denn die Yara Eyde ist nicht irgendein Schiff.

Sie ist eine revolutionäre Entwicklung in der Schifffahrtsbranche: In dem bahnbrechenden Projekt arbeiten die Unternehmen Yara International und North Sea Container Line zusammen. Ziel ist die Entwicklung des weltweit ersten Containerschiffs geführt, das von Ammoniak angetrieben wird. Ammoniak ist ein umweltfreundlicher Treibstoff, der keine Emissionen verursacht.

Dieses innovative Schiff mit dem Namen “Yara Eyde” ist speziell für den emissionsfreien Seetransport auf dem Handelskorridor zwischen Norwegen und Europa konzipiert und wird zwischen den Häfen von Oslo, Porsgrunn, Hamburg und Bremerhaven operieren. Die revolutionäre Neuerung wird voraussichtlich ab 2026 den emissionsfreien Transport von Gütern zwischen Norwegen und Deutschland ermöglichen.

Der maritime Sektor trägt weltweit erheblich zu den CO2-Emissionen bei, wobei der Seeverkehr allein 2,8 % der Gesamtemissionen ausmacht. Die Verwendung von fossilem Ammoniak als Treibstoff soll diese Emissionen drastisch reduzieren und den Weg für nahezu emissionsfreien Warentransport über die Weltmeere ebnen.

Ammoniak kann aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen werden oder aus Erdgas, wobei bis zu 95 % der CO2-Emissionen abgeschieden und dauerhaft gespeichert werden können.

Die Inbetriebnahme der “Yara Eyde” wird die Scope-3-Emissionen von Yara jährlich um erhebliche 11.000 Tonnen CO2 reduzieren und eine emissionsfreie Lieferkette von Porsgrunn zu den Häfen in Hamburg und Bremerhaven ermöglichen.

Dieses ehrgeizige Vorhaben zwischen Yara Clean Ammonia und NorthSea Container Line könnte einen wahren Paradigmenwechsel in der Schifffahrtsindustrie einleiten.

Um dieses visionäre Projekt zu realisieren, gründeten Yara Clean Ammonia AS und NorthSea Container Line AS ein spezialisiertes Joint Venture für ammoniakbetriebene Containerschiffe. Die finanzielle Unterstützung und die notwendigen behördlichen Genehmigungen sind die letzten Schritte auf dem Weg zur Verwirklichung dieser wegweisenden Initiative.

Die Einführung der “Yara Eyde” stellt einen unvergleichlichen Durchbruch im Kampf gegen den Klimawandel dar und unterstreicht die Bedeutung gemeinsamer Anstrengungen für eine CO2-freie Zukunft im Transportwesen.

#2 Die MSC möchte in Hamburg einsteigen

Das berichtet unter anderem das Manager Magazin mit Fokus auf die Vorstandsvorsitzende der HHLA, Angela Titzrath.

Das Management der Hamburger Hafengesellschaft HHLA empfiehlt die Annahme des Angebots von MSC, dem weltweit größten Container-Reeder, für den Einstieg bei HHLA.

Dies wurde in einer gemeinsamen Empfehlung des Vorstands und des Aufsichtsrats der HHLA angekündigt. Die Offerte von MSC sieht vor, HHLA-Aktien zu einem Preis von 16,75 Euro pro Aktie zu erwerben, was beide Gremien als angemessen erachten.

Darüber hinaus wurden in den Verhandlungen zwischen der Stadt Hamburg, MSC und HHLA weitere Zusagen erzielt, die über den bisherigen Rahmen des Deals hinausgehen. So sollen nach Abschluss der Transaktion zusätzlich 450 Millionen Euro Eigenkapital für Investitionen in den Geschäftsbetrieb der HHLA zur Verfügung gestellt werden.

HHLA-Vorstandsvorsitzende Angela Titzrath begrüßte die Vereinbarung und betonte die Bestätigung der Investitionsplanung der HHLA für die kommenden Jahre. Die Vereinbarung sieht außerdem vor, dass MSC nicht in die Investitionsplanung des Vorstands eingreifen wird, was die Modernisierung des Containerterminals in Hamburg mit Kosten von 775 Millionen Euro für die Jahre 2025 bis 2028 sicherstellt.

Das Angebot von MSC an die übrigen Aktionäre von HHLA läuft noch bis zum 20. November. Diese Übernahmeofferte hatte in der Reederei-Branche Bedenken hervorgerufen, dass MSC Sonderrechte beanspruchen könnte.

Dennoch hat die größte deutsche Reederei, Hapag-Lloyd, die zusammen mit Partnern über die Hälfte des Containerumschlags im Hamburger Hafen abwickelt, ein Gegenangebot geprüft, jedoch abgelehnt.

Die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Vereinbarung, forderte jedoch einen Tarifvertrag zur Absicherung der Beschäftigten. Die Vereinbarungen mit MSC haben eine Laufzeit von mindestens 40 Jahren. Verdi-Chefin Christine Behle forderte jedoch dringend einen Tarifvertrag zwischen Verdi und HHLA, um die Ansprüche der Beschäftigten verbindlich zu regeln.

Die Empfehlung des Managements und die neuen Vereinbarungen könnten die Debatte um den Einstieg von MSC bei HHLA abschließen, der seit seiner Ankündigung für Kontroversen gesorgt hatte.

#3 Europäische Kommission präsentiert aktualisierte KV-Richtlinie zur Förderung des intermodalen Güterverkehrs

Die Europäische Kommission hat nach monatelanger Verzögerung ihren Vorschlag für die überarbeitete Richtlinie über den Kombinierten Verkehr (KV) vorgestellt. Darüber berichtet unter anderem die DVZ.

Das Hauptziel besteht darin, den Güterverkehr nachhaltiger zu gestalten, indem die Wettbewerbsfähigkeit des intermodalen Güterverkehrs, bei dem zwei oder mehr Verkehrsträger genutzt werden, im Vergleich zum reinen Straßengüterverkehr verbessert wird.

Die wichtigsten Änderungen betreffen die Förderfähigkeit von intermodalen Transporten, die nun mindestens 40 Prozent externe Kosten gegenüber dem reinen Straßengüterverkehr einsparen müssen. Dies ersetzt die bisherige Definition, die kritisiert wurde, da sie verlangte, immer das “geeignete nächstgelegene” Umschlagterminal anfahren zu müssen, um als KV-Vor- und Nachlauf klassifiziert zu werden.

Die Einhaltung der Kosteneinsparung soll mithilfe des elektronischen Frachtbriefs und einer begleitenden Plattform überwacht werden, um Frachtdaten zu sammeln und den bürokratischen Aufwand zu minimieren.

Die Richtlinie sieht auch die Befreiung von Nacht- und Wochenendfahrverboten im Vor- und Nachlauf zu KV-Terminals vor. Darüber hinaus werden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, nationale politische Rahmenpläne zur Förderung des KV zu verabschieden, um die Wettbewerbsfähigkeit dieses Verkehrsträgers zu stärken.

Der Verband für den Kombinierten Verkehr Schiene-Straße (UIRR) hat den Entwurf positiv aufgenommen. Die Kommission fordert die Mitgliedsstaaten erstmals auf, die durchschnittlichen Haus-zu-Haus-Kosten von Beförderungen im Kombinierten Verkehr innerhalb von sieben Jahren um mindestens 10 Prozent zu senken. Dies ist als eine der wichtigsten Botschaften der KV-Novelle angesehen worden.

Der Vorschlag der Kommission muss nun vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat beraten werden, und die Verabschiedung wird in dieser Legislaturperiode voraussichtlich nicht mehr erfolgen können.

#4 Panamakanal: Niedrigwasser zwingt zu weiteren Einschränkungen im Schiffsverkehr

Der Panamakanal leidet weiterhin unter den Folgen von anhaltendem Niedrigwasser, verursacht durch eine seltene Dürre und hohe Temperaturen. Die Meldung haben wir unter anderem bei der tagesschau gefunden.

Die Wassersituation in der Region ist so prekär, dass die Kanalverwaltung erneut Maßnahmen ergreifen muss, um den Schiffsverkehr zu regulieren. Bis Februar des kommenden Jahres wird die Anzahl der buchbaren Schiffspassagen schrittweise von 30 auf 18 pro Tag reduziert.

Die extreme Dürre in diesem Jahr, die in der Region seit den 1950er Jahren beispiellos ist, hat zu diesem kritischen Wasserstand im Kanal geführt. Die Panamakanal-Behörde gab an, dass der Pegelstand des Gatún-Sees, der Teil des Kanalsystems ist, auf ein historisches Tief gesunken sei. Die anhaltende Trockenheit und die Aussicht auf weiterhin geringe Niederschläge bis zum Jahresende zwingen zu diesen Maßnahmen.

Bereits in den vergangenen Monaten wurde die Kapazität des Kanals aufgrund des Niedrigwassers begrenzt, was zur Reduzierung der Zahl der Schiffspassagen und zur Senkung des maximal zulässigen Tiefgangs führte.

Normalerweise nutzen rund 14.000 Schiffe pro Jahr den Panamakanal, der etwa sechs Prozent des globalen Handels abwickelt. Dieser Wasserweg spielt eine entscheidende Rolle im Warentransport von Asien in die USA.

Der Klimawandel hat laut Experten weltweit negative Auswirkungen auf die Schifffahrt, einschließlich regionaler Dürren und erhöhter Sturmaktivitäten. Etwa 90 Prozent des globalen Güterverkehrs erfolgt auf dem Seeweg, weshalb diese Probleme erhebliche Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Handel haben können.

#5 BWVL ändert Namen und schärft Profil

Der “BWVL Bundesverband Wirtschaft, Verkehr und Logistik” wird ab dem Jahr 2024 zu “BWVL Bundesverband für Eigen-Logistik und Verlader”.

Diese Namensänderung wurde einstimmig auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Berlin beschlossen, um das Profil der Interessenvertretung zu schärfen.

Laut BWVL-Präsident Jochen Quick war der bisherige Name zu allgemein und erklärungsbedürftig. Die Bezeichnung “Eigen-Logistik und Verlader” soll die Alleinstellungsmerkmale des Verbandes deutlicher hervorheben. Der BWVL repräsentiert etwa die Hälfte der Unternehmen im Güterkraftverkehr in Deutschland.

Der Verband vertritt seit seiner Gründung im Jahr 1955 die Interessen von Unternehmen, die ihre Logistik hauptsächlich im Werkverkehr als “eigene” betreiben oder in ihrer Rolle als Verlader Logistikdienstleister teilweise oder vollständig outsourcen.

Die Schwerpunkte liegen weiterhin im Handel und in der (Industrie-)Produktion, und Mitglieder kommen aus verschiedenen Branchen und Größenkategorien.

Markus Olligschläger, der Hauptgeschäftsführer des BWVL, betonte die Wichtigkeit einer klaren und eindeutigen Positionierung des Verbandes. Der Name sei ein wesentlicher Teil der Identität und solle dazu beitragen, die Unterscheidung von anderen Logistikverbänden zu erleichtern.

Zusätzlich zur Namensänderung wurde auch der Vorstand des Verbandes bestätigt. Jochen Quick bleibt Präsident, während Klaus Hartmann und Andreas Ott ihre Positionen als Vizepräsidenten behalten.

Sven Sauerwein von der Transgourmet Deutschland GmbH & Co. OHG wurde neu in das Vorstandsgremium berufen. Gleichzeitig verabschiedete der Vorstand langjährige Vorstandsmitglieder aus Altersgründen.

#Zahl der Woche: 20,3 Millionen

Zum Stichtag 2022 arbeiteten 20,3 Millionen Menschen Deutschland NICHT in der Kommune, in der sie auch wohnen. Das hat das Bundesinstitut für Bau- Stadt und Raumforschung, kurz BBSR, in einer Studie veröffentlicht. Damit beträgt der Pendleranteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten rund 60%.

Der durchschnittliche Arbeitsweg betrug 2022 17,2 km und damit rund 2% mehr als 2021. Rund 7,1 Mio Menschen haben einen Arbeitsweg der länger als 30 km ist; davon 3,9 Mio die sogar mehr als 50 km fahren.

Interpretation von Thomas Pütz, Experte des BBSR dazu: “Das deutet darauf hin, dass auch weiter entfernt liegende Klein- und Mittelstädte für Beschäftigte als Wohnorte zunehmend attraktiv werden – zumal Homeoffice und andere Formen der mobilen Arbeit mehr Flexibilität ermöglichen.”

München führt die Liste der Städte mit 440k Einpendeln an, also Menschen die in die Stadt fahren um dort zu arbeiten. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg Vorpommern fahren die Pendler mit durchschnittlich 27,4 km den weitesten Arbeitsweg.

Author: Tobias

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